Pfarrkirche St. Simon und Juda - Graach

Im Jahre 1121 wurde für Graach erstmals eine Kapelle erwähnt, die den Aposteln Simon und Juda geweiht gewesen sein soll. Aufgrund unbestimmter Mauerreste wurde der Standort der Kapelle in der Nähe des Josephshofes vermutet.

1601 lautet das Baujahr unserer ersten Graacher Pfarrkirche, dies kann aus der Steininschrift über dem Renaissance-Hauptportal abgeleitet werden. Da jedoch bereits im Jahre 1569 in einem Visitationsprotokoll der Kirche Graach drei Altäre bescheinigt wurden, geht man davon aus, dass es sich im Jahre 1601 auch um eine umfassende Renovierung mit neubauähnlichem Bauumfang gehandelt haben könnte.

Die Graacher Kirche stellt eine Nachbildung der 1453-1455 erbauten Kueser Hospitalskapelle dar. Beide Bauwerke sind im gotischen Stil ausgewiesen. Verbindungen mit dem Cusanus-Hospital bestanden schon seit 1532, als die Graacher Filialkirche zusammen mit der Mutterkirche von Bernkastel dem Cusanus-Hospital angegliedert waren.

Aus einem Kirchensiegel von 1785 ist ersichtlich, dass die beiden Apostel Simon und Juda Kirchenpatrone der Graacher Kirche sind.

1803 wurde Graach eigenständige Pfarrei und die Kirche bekam den Status einer Taufkirche. 

Im Jahre 1904 beschloss der kath. Kirchenvorstand den Erweiterungsbau der zu klein gewordenen Kirche. Bereits 1906 war die Kirche ein Schmuckstück des dörflichen Baubestandes geworden. Durch den Anbau von zwei Seitenschiffen und die Verlängerung des Hauptschiffes wurde Platz für die wachsende Zahl der Gläubigen geschaffen. Auch die Orgel fand einen neuen Platz auf einer Empore über dem Eingangsbereich.

 

 

 

 

 

1908 wurde die mit schönem Schnitzwerk versehene Kanzel angeschafft. Sie stammt aus der Werkstatt Thönnes in Wittlich. Sehr ansehnlich sind die vier Evangelisten herausgearbeitet. Der hl. Geist im Baldachin soll wohl den Prediger mit den geeigneten Gedanken erleuchten.

 

 

 

 

 

 

 

Desweiteren wurden im gleichen Jahr die Beichtstühle von der Firma Mettler in Morbach angeschafft.

1914 wurde die Kirche mit einer Orgel des bekannten Bonner Orgelbauers, Johannes Klais ausgestattet. In den Folgejahren wurden versch. Pfeifen erneuert und ein elektrisch betriebenes Orgelgebläse eingebaut. 1983 wurden alle Orgelpfeifen erneuert.

1915 wurden die Kreuzweggemälde im Hauptschiff installiert.

 

Der 1. Weltkrieg hatte seinen Blutzoll gefordert! Am 04.12.1921 wurde die Taufkapelle feierlich zur Kriegergedächtniskapelle umgewidmet.

Nachdem im 2. Weltkrieg alle Fensterscheiben zerstört wurden, konnten in den Jahren 1954 und 1956 alle Fenster erneuert werden.

 

 

 

 

 

 

1954 ließ Pfarrer Schlöder den künstlerisch unbedeutenden Hochaltar entfernen und ersetzte ihn durch die wuchtige Kalvarienberggruppe aus dem "Schuncken-Heiligenhäuschen".

Die lebensgroßen Holzfiguren stammen aus dem Jahre 1707 und sind eine Stiftung der Graacher Eheleute Johann Schunck und Anna Maria geb. Meyer, die damals die Weinbergskapelle erbauen ließen.

 

 

 

 

 

1975 wurde der Innenraum der Kirche einer umfassenden Renovierung hinsichtlich der Farbfassung der Wände, Säulen und Gewölberippen unterzogen. Anlass waren auch die Feierlichkeiten zum 1000jährigen Bestehen der Ortsgemeinde Graach.

1989 wurde der Kirchturm neu eingedeckt. Der Wetterhahn wurde ebenfalls erneuert. Die Besonderheit unseres Kirchturms, das islamische Zeichen "Halbmond mit Stern" wurde selbstverständlich erhalten.

1989-1991 führte die Gemeinde umfangreiche Renovierungsarbeiten auf dem Friedhof durch. Treppenanlagen, Geländer und Mauerteile entsprachen nicht mehr den Bestimmungen der Verkehrssicherheit gemeindlicher Anlagen und auch nicht mehr den Anforderungen an eine "würdige" Gedenkstätte für unsere Verstorbenen.

2000 wurden umfangreiche Dachsicherungsmaßnahmen in Angriff genommen, die mit der Anlage von arbeitssicheren Holzstegen im Dachstuhlbereich begannen.

2003 stand eine unaufschiebbare Dachrenovierung an. Zimmerarbeiten, Dacheindeckung , Schmiedearbeiten und Renovierungsarbeiten des Glockenstuhls.

2009 Renovierungsarbeiten an der Orgel

2012 Renovierungsarbeiten an allen Kirchenfenstern (Erneuerung der Bleiverglasung)

 

Quelle: Texte aus der "Festschrift" der Pfarrgemeinde Graach - 1601-2001 - 400 Jahre Pfarrkirche in Graach Herausgeber: Kath. Pfarrgemeinde Graach Zusammenstellung, Bearbeitung und Layout: Winfried Ehlen Die Festschrift ist erhältlich in der Pfarrkirche Graach und im Verkehrsbüro (gegenüber der Kirche) Fotos: Heinz Stanz, Jürgen Kieren, Ulli Weber und Michael Reuther