Lokale Kirchenentwicklung




Lokale Kirchenentwicklung - was ist das?

Seit Beginn des Jahres 2014 gibt es im Generalvikariat des Bistums Trier eine Projekt-Steuerungsgruppe, die sich mit dem Thema „Lokale Kirchenentwick-lung mit weltkirchlichen Impulsen“ befasst.
Die für die Bistumsleitung interessante, Fragen lauteten:
- Wie kann künftig angesichts der immer größer und unüberschaubarer werdenden Pfarreien christliches Leben in den einzelnen Gemeinden, al-so vor Ort, noch erfahrbar gelebt werden?
- Wie kann sich Kirche vor Ort, lokal, entwickeln und lebendig bleiben?
Um Antworten auf diese Fragen zu bekommen, orientiert sich die Bistumslei-tung an den Basisgemeinden und den „Kleinen Christlichen Gemeinschaften“ (KCG’s) in der Weltkirche, insbesondere Südamerika, Indien und Südafrika.

Natürlich geht dies alles nicht ohne entsprechende Projektgruppen vor Ort. Und so wurde Anfang des Jahres 2014 bistumsweit das Projekt „Lokale Kir-chenentwicklung mit weltkirchlichen Impulsen“ ausgeschrieben.
Drei Pfarreien/ Pfarreiengemeinschaften waren bereit, bei diesem Unterneh-men mit zu arbeiten: die Stadtpfarrei Neunkirchen/Saar, die Einzelpfarrei Bingerbrück sowie die Pfarreiengemeinschaft Bernkastel-Kues.
Zunächst war nur eines klar: Niemand weiß, wie das Projekt laufen kann oder soll. Es gab kein sichtbares Ziel – nur einen Weg mit einzelnen Orientie-rungshilfen (z.B. Studientage).
Ein erster Höhepunkt war der Besuch von Vertretern der einzelnen Gruppen bei Basisgemeinden in Bolivien. Eine zwar sehr anstrengende, aber auch sehr lehrreiche Reise, von der wir mit vielen Eindrücken und Impulsen zurückka-men. Unser Team war mit drei Personen an der Reise beteiligt.


Wie sieht nun das Arbeiten im Projekt konkret in unserer Pfarreiengemein-schaft aus?

Zunächst hatte sich ein 14-köpfiges Kernteam mit Vertretern aus allen Ge-meinden gebildet. In Anlehnung an den in Südamerikas Basisgemeinden prak-tizierten Dreischritt „sehen - urteilen - handeln“ haben wir erst einmal ge-sichtet, was in unseren Gemeinden an lebendigem Christsein vorhanden ist. Dabei war schnell klar: es gibt viele Gruppen, die sich auch regelmäßig tref-fen - insbesondere zum Gebet. Aber es gibt auch einige Gruppen, die sich in sozial-caritativem Umfeld bewegen.

Sind das bereits Basisgemeinden nach weltkirchlichem Vorbild? Kleine christ-liche Gemeinschaften?

Die Antwort lautet: Nein.

Aber was sind KCG’s?

Eine Antwort auf diese Frage bekamen wir in Bolivien. KCG’s, oder auch Ba-sisgemeinden, sind Gemeinschaften von Menschen, die versuchen, ihr Leben in der gesamten christlichen Bandbreite zu leben. Sie kommen regelmäßig zum Gottesdienst zusammen, sprechen über biblische Texte und auch darüber, was der Text mit ihnen und ihrer Gemeinschaft zu tun hat. Sie engagieren sich in ihrem Dorf oder im Stadtviertel sozial-caritativ und arbeiten sehr intensiv in der Glaubensweitergabe.
Und dabei steht ihnen kein hauptamtlicher Mitarbeiter des Bischofs (Priester, Gemeindereferent oder Diakon) vor. Stattdessen werden die KCG’s aus-schließlich von einfachen Menschen mit besonderen Charismen geleitet. Der Pfarrer der Pfarrei kann Mitglied der Basisgemeinde sein – muss es aber nicht. Es liegt jedoch an ihm, wie lebendig die KCG’s innerhalb seiner Pfarrei sind. Unterstützt er diese, dann ist Vieles möglich, blo-ckiert er sie jedoch oder untersagt sie gar, dann ist die Pfarrei leblos.

Was hat sich für uns hier in unserer Pfarreiengemeinschaft bis jetzt daraus entwickelt?

Mittlerweile ist das sogenannte „Kernteam“ des Projekts auf zwei Ebenen un-terwegs:
- Zum einen treffen wir uns künftig regelmäßig einmal im Monat. Bei diesen Treffen lesen wir einen Bibeltext mit anschließendem Bibelge-spräch. Begleitet wird dieses mit modernen Liedern. Zudem richten wir den Blick auf uns und auch auf unsere Gemeinden – immer mit der Fra-ge: Was bewegt mich in meinem Dorf?
Diese Treffen sind offen für alle Menschen – besonders für diejenigen, denen ein lebendiges Miteinander in ihrem Dorf wichtig ist.
Jeder ist herzlich willkommen.
- Zum anderen sollen für die Kernteam-Mitglieder unregelmäßige Info-Treffen bezüglich des Projektes „Lokale Kirchenentwicklung“ stattfin-den, zu denen gesondert eingeladen wird.

Weil es uns wichtig ist, für alle Menschen unserer Pfarreiengemeinschaft offen zu bleiben, möchten wir alle, die Lust auf Kirchenentwicklung und lebendige Gemeinde haben, zu unseren monatlichen Treffen einladenEs geht nicht um Aktionismus und Arbeitsaufträge, sondern vielmehr da-rum, was ich für mich und meinen Glauben in der Gemeinschaft mit an-deren erleben kann.

Wir treffen uns immer am Anfang eines Monats:
Montag, 4.1. / Dienstag, 2.2. / Mittwoch, 9.3. / Donnerstag, 7.4. / Freitag, 6.5. / Montag, 6.6. jeweils um 20.00 Uhr an wechselnden Orten.

Kirche muss im Dorf bleiben. Und damit meinen wir nicht nur die Kirche aus toten Steinen, sondern vor allem die Kirche aus lebendigen Steinen – aus Dir und mir und uns.