Palmsonntag - 5. April 2020

Palmsonntag - 5. April 2020

Liebe Besucherinnen und Besucher unserer Kirchen!
Liebe Mitchristen in den sozialen Einrichtungen unserer Pfarreiengemeinschaft!
Liebe Schwestern und Brüder im Glauben!

Wir starten am Palmsonntag in die Große Heilige Woche, die uns mit dem „Herzstück“, dem Kern des christlichen Glaubens in Berührung bringt. Alles ist in diesem Jahr so anders, bedingt durch strenge Vorschriften, die uns durch die Corona-Epidemie auferlegt sind, die es aber zu befolgen gilt, um mitzuhelfen, dass sich das Virus nicht so schnell verbreitet. Besonders betroffen sind die pflegebedürftigen und kranken Menschen, wenn ihnen der physische Kontakt zu ihren Liebsten verwehrt bleibt.Es ist, als würden wir uns in einem „dunklen Tunnel“ befinden, was uns unsicher und ängstlich stimmt.

Pfarrer Bruno Comes, unser neuer Kooperator, hat das Bild vom „dunklen Tunnel“ in seinem geistlichen Wort zum Osterfest, das wir in unserem neuen Pfarrbrief lesen können, aufgegriffen. Er schreibt aber auch über das „Licht“ am Ende des Tunnels. Es ist das Licht der heiligen Osternacht, das uns von Gott her geschenkt wird – ein Lichtblick, der durch nichts und niemanden überboten werden kann.

Gefühlsmäßig befinden wir uns am Palmsonntag -um im Bild zu bleiben- noch vor dem dunklen Tunnel, also noch ganz im Lichtglanz.

Wenn auch unsere vertrauten Palmprozessionen diesjährig entfallen, darf ich dennoch einstimmen in den Jubel des Palmsonntags, indem ich zu Hause/ oder als stiller Beter in meiner Heimatkirche Jesus Christus das „Hosanna“ zurufe / IHM meine Lieder singe. Das ist wie ein Lichtblick, der Hoffnung schenken kann – Hoffnung mitten in der Krise. Wer sich zu Hause (oder wo auch immer er sich gerade aufhält) betend und singend einklinkt, seinen Palmzweig über einen Gottesdienst im Fernsehen/im Radio/am Computer segnen lässt und mitfeiert, der erfährt die tiefe Gemeinschaft mit dem Herrn, der am heutigen Tag in seine Stadt Jerusalem eingezogen ist, um für das Heil der Welt zu sterben.

Das Gleiche geschieht auch dort, wo ich inne halte und mitbete, wenn in meinem Wohnort die Glocken läuten, während einer unserer Priester in der betreffenden Kirche die hl. Messe feiert.

Ich wünsche Ihnen den wunderbaren LICHTBLICK des Palmsonntags „vor“ dem Tunnel.Ich wünsche Ihnen, dass Sie in der neuen Woche -verbunden mit dem leidenden und am Kreuz sterbenden Herrn- durch den Tunnel hindurchfinden – in froher Erwartung des wunderbaren Lichtes am Ende des Tunnels.

Ihnen allen einen lichtvollen Palmsonntag und Gottes Geleit für die Karwoche!In herzlicher Verbundenheit,

Ihr Dechant

 

Ich schmücke mit meinem Palmzweig das Kreuz oder schaue in der Kirche auf das geschmückte Kreuz und rufe:

„Hosanna dem Sohne Davids!“
„Heil dir, Christus, König und Erlöser!“
„Lob und Preis und Ruhm und Ehre bringen wir dir, Christus, Erlöser, dem der Kinder frohlockende Schar ihr frommes Hosanna gesungen.“
„Hosanna dem Sohne Davids!“

Herr Jesus Christus, du bist der König des Friedens.
HERR, ERBARME DICH!
Herr Jesus Christus, du trägst alles Leid mit uns.
CHRISTUS, ERBARME DICH!
Herr Jesus Christus, dein Kreuz schenkt uns Hoffnung auf Leben.
HERR, ERBARME DICH!

Ich bete:
(vgl. aktuelle Ausgabe der Bistumszeitung „Paulinus“)

Herr Jesus Christus, die Menschen haben dir in Jerusalem zugejubelt. Mit meinem Gebet rufe ich an diesem Tag zu dir. Ich öffne dir mein Herz.Lass mich deine Nähe erfahren. Lass mich spüren, dass du an meiner Seite bist. Ich empfehle dir alle Menschen, die an einer schweren Krankheit leiden. Ich denke an die vielen Corona-Infizierten, die in Krankenhäusern behandelt werden müssen und zwischen Tod und Leben schweben. Ich bete für alle Schwerkranken. Ich bete für die Vielen, die in der gegenwärtigen Krise ihren Dienst tun: in den medizinischen und pflegerischen Berufen, aber auch in der Lebensmittelbranche, bei den Ordnungsämtern und in allen Berufen, die für unser Leben und Gemeinwesen unverzichtbar sind. Ich bete für die Menschen auf der Flucht, in den Flüchtlingslagern und für die Menschen in den Kriegsgebieten.

Ich bete für unsere Familien, die zur Zeit vor großen Herausforderungen stehen. Ich denke an alle, die darunter leiden, dass sie einander nicht besuchen können. Ich denke an die Menschen in den Pflegeeinrichtungen und an alle, die Einsamkeit quält.Ich bete für unsere Verstorbenen – und für alle, die mir nahe sind und die ich im Herzen trage – für die vielen Opfer des Corona-Virus.

Jesus, deiner Königsmacht schenke ich mein Vertrauen, wenn ich jetzt bete, wie du selber es gelehrt hast.

„VATER UNSER“

Ich singe:

Singt dem König Freudenpsalmen,/ Völker ebnet seine Bahn!/ Zion, streu ihm deine Palmen,/ sieh dein König naht heran!/ Der aus Davids Stamm geboren,/ Gottes Sohn von Ewigkeit, / uns zum Heiland auserkoren:/ Er sei hoch gebenedeit!

David sah im Geist entzücket / den Messias schon von fern,/ der die ganze Welt beglücket,/ den Gesalbten, unsern Herrn./ Tochter Zion, streu ihm Palmen,/ breite deine Kleider aus,/ sing ihm Lieder, sing ihm Psalmen,/ heut beglücket er dein Haus.

Ich bitte um Gottes Segen:

Der Herr segne und behüte mich, ER lasse sein Antlitz über mir leuchten und sei mir gnädig! ER wende mir sein Antlitz zu und schenke mir Heil und Frieden!